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Worum geht`s?

Venezuela: Delfine, Stromausfälle und Tennis. Live aus dem real existierenden Chavinismus.

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Wappen Venezuelas

Elf Minuten Venezuela

Kein Action-Clip von einer der zahlreichen Demonstrationen mit mehreren zehntausend Teilnehmern, die in den letzten Tagen durch die Straßen der Großstädte Venezuelas zogen. Keine Bilder von aufwiegelnden - aus den USA gelenkten - Oppositionsführern, die angeblich zahlreich Stimmung gegen Chàvez machen. Keine bezahlten Protestler. Lediglich eine Kundgebung von Studenten der öffentlichen Universidad de Carabobo, die friedlich und - typisch für die hiesige Protestkultur - mit viel Musik ihren Unmut über die RCTV-Schließung zum Ausdruck bringen. Heute wie täglich in den vergangenen zwei Wochen, mitten in der Innenstadt von Valencia. Und sich der Solidarität großer Teile der Bevölkerung sicher sein können, die Bilder zeigen es. Elf Minuten (Buchtipp) Venezuela. Heute Mittag. Bitteschön.

Zur Erklärung: Das Kürzel “UC” (auf den Händen einiger Studenten & als Tag auf vorbeifahrende Autos und Busse gemalt) steht für “Universidad de Carabobo.”

Zwei Stunde später hat Chàvez einmal mehr eindrucksvoll demonstriert, wie es mit der “Libertad de Exprecion” in diesen Tagen bestellt ist. Alle (!) terrestrisch übertragenen Kanäle - auch die Privaten wie Globovision wurden gleichgeschaltet und strahlten die Rede eines chàvez-treuen Studenten aus.
Das Szenario war bizarr: Der Student redete in einem Gerichtssaal samt Richterin plus Assistenten, Zeugenbank und Publikum (Chàvista) über seine Sicht der Dinge in Sachen RCTV. Zum Ende seiner Rede skandierte er Patria, Socialismo o muerte!. Bei der zweiten Wiederholung stimmten Publikum, Zeugen und Richterin (!) ein.
Anschließend versammelten sich alle auf der Bühne (um den Studenten herum), rufen ein paar ähnlich bekannte Parolen und stimmten dann die Nationalhymne an. Wie geschrieben: Ausgestrahlt via erzwungener Gleichschaltung auf allen frei empfangbaren Kanälen.

Johannes hat sich das Treiben mit seinen Arbeitskollegen (den Delfinpflegern) im “Delfinpfleger-Aufenthaltsraum” angesehen. Auch dazu ein Video - was Johannes so durch den Kopf ging, bringen Josè & Arturo ganz gut auf den Punkt.

Johannes findet Arturos Hitlervergergleich reichlich gewagt und in der Dimension keinesfalls zulässig. Auf der anderen Seite hat er das erste mal in seinem Leben das Gefühl, in einer Diktatur zu leben - und in sofern auch ein gewisses Verständnis für die Ziehung von solcherlei Parallelen.

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