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Worum geht`s?

Venezuela: Delfine, Stromausfälle und Tennis. Live aus dem real existierenden Chavinismus.

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Wappen Venezuelas

Archiv für Juli, 2007

Das Ende

Zumindest hier. In ein paar Stunden kommt Christoph, mit dem es knapp drei Wochen kreuz und quer durchs Land geht. Am 17.08. ist das Abenteuer Venezuela dann f?r Johannes vorbei.
Es h?tte noch viel mehr berichtenswertes gegeben, wof?r aber die Zeit und letztlich auch die Motivation fehlte. Letztlich handelte es sich bei diesem Blog aber vor allem um Johannes‘ oeffentliches Tagebuch & Fotoalbum – insofern steht hier genauso viel, wie stehen sollte.

Geschrieben von Johannes Haupt am Sonntag 29. Juli 2007

Copa zum letzten

Das war’s, alles neigt sich dem Ende. Die langersehnte Copa ist vorbei, die Regenzeit bald ebenfalls und Johannes ist auch nicht mehr allzu lange in Venezuela. Nachzureichen w?re noch ein Stadionbesuch Johannes‘ zum Viertelfinale zwischen Argentinien und Peru vor mittlerweile auch schon 13 Tagen. Gastbruder Yoel hatte kurzfristig 12 VIP-Tickets – hei?en so, sind aber tats?chlich „nur“ normale Pl?tze auf H?he der Mittellinie – und einen Minibus f?r Freundeskreis & sich organisiert. Kurzfristig hei?t konkret, Johannes erfuhr eine knappe Stunde vor Abfahrt, dass er sich das Spiel nicht im Fernsehen anzusehen braucht.
Das Drumherum (Kontrollen, Zufahrtswege) f?r die 52.000 Zuschauer war erstaunlich gut organisiert. Das Stadion war gerade erst zur reinen Fu?ballarena umgebaut worden und machte einen soliden Eindruck, Johannes hatte schlimmeres erwartet. Im Stadion gab’s ein generelles Alkohol- und Rauchverbot, zumindest an letzteres hielt sich nat?rlich niemand.
Der Kick selbst war in der ersten Halbzeit ?de (0:0), in der zweiten H?lfte einseitig (4:0). Die etwa 95% Argentinien-Fans im Stadion waren zufrieden, Johannes mit dem Gesamterlebnis ebenfalls allemal. Messi & Riquelme beim Freisto? nicht mal 50m entfernt bestaunen – wow.
Video vom Einlauf der Mannschaften, vom Platz aus gedreht:

Geschrieben von Johannes Haupt am Sonntag 22. Juli 2007

Krank in Venezuela

Seit einer Woche muss Johannes nun mit dem vollen Programm (+39?c Fieber, Sch?ttelfrost, Reizhusten) das Bett h?ten. Er hofft, dass er sich beim Strandzelten mit Freunden – sp?ter mehr – nur eine harmlose Grippe zugezogen hat und nicht etwa ein exotisches Tier aus dem umliegenden Urwald in sein Zelt kroch und ihn mit einem abgefahrenen Gift infiziert hat. Nachdem die Superbrause Sinutab (Wirkstoff: Paracetamol) vom Viagra-Hersteller Pfizer ?berhaupt nicht anschl?gt, denkt Johannes nun doch ?ber die Konsultierung eines Arztes nach – wenn er schon Unsummen f?r eine Auslands-PKV bezahlt, m?chte er sie auch einmal in Anspruch genommen haben.
Von den ‚Apotheken‘ (Farmacias) ist jedenfalls keine kompetente Beratung zu erwarten. In der Regel handelt es sich um rund um die Uhr ge?ffnete L?den von der Gr??e mittlerer deutscher Superm?rkte, die neben klassischen Apothekenprodukten auch allerlei Wunderpillen und Drugstore-Ware im Angebot haben. Bei einer Dichte, die etwa der von Trinkhallen im Ruhrgebiet entspricht: Die Venezolaner helfen nicht nur ?u?erlich der Natur nach.
Die Bedienungen haben keine medizinische Ausbildung und entsprechend auch keine Ahnung, was sie aber nat?rlich – typisch Venezuela – nicht mal sich selbst eingestehen w?rden.
Als Johannes gestern zum Beispiel ein paar Multivitamin-Tabletten shoppte (ohne geht’s bei der Ern?hrung hier nicht), sagte ihm die Verk?ufern allen ernstes, dass, da er ja offensichtlich Muskeln aufbauen wolle, er zudem aber auch ordentlich viel zu essen habe. Multivitamin-Tabletten!
Passend dazu kann man verschiedene lustige Substanzen, die in Deutschland gar nicht oder nur gegen Rezept erh?ltlich sind, einfach so mitnehmen. Johannes lie? sich sagen, dass sich insbesondere der Missbrauch des Hustensaftes Preveral (Wirkstoff: Codein) gro?er Beliebtheit erfreut.

In den Zeitungen warnt die Gesundheitsbeauftragte Valencias heute auch noch vor einer Dengue-Fieber-Epidemie, im Stadtbereich gab’s innerhalb von 24h 28 Infektionen. Wie beruhigend.

Geschrieben von Johannes Haupt am Mittwoch 18. Juli 2007

Public Viewing

Johannes haette nicht gedacht, dass max. 200 nach stundenlangem Regen voellig durchnaesste Venezolaner soviel Laerm machen koennen wie hier nach dem 1:0 gegen Peru beim Public Viewing im Stadtpark.
Venezuela hat es tatsaechlich geschafft und steht zum ersten mal in einem Copa-Viertelfinale. In ein paar Stunden geht es gegen Uruguay – schon wieder, die Mannschaften haben bereits in der Vorrunde gegeneinander gespielt.

Geschrieben von Johannes Haupt am Samstag 7. Juli 2007

Die grosse Langeweile

Montags – ohne umherwuselnde Besucher – koennte man im Aquarium eigentlich mal ganz konzentriert seiner Arbeit nachgehen. Eigentlich. Die Realitaet sieht so aus, dass Johannes‘ Kollegen in einer stillen Ecke ihren Samstag-Nacht-Rausch ausschlafen, ueber Gott und die Welt quatschen oder einfach nur rumhaengen. Bedenkt man, dass die meisten Angestellten eine Sechs-Tage-Woche haben, kann man den Montag hier als eigentlichen Samstag ansehen.

Vielfach zeigen die Venezolaner ein erstaunliches Talent darin, total arbeitsam und gehetzt auszusehen, dabei in Wirklichkeit aber nichts zu tun. Dikfrey hat es im Video offenbar verdammt eilig, spatziert tatsaechlich aber nur von einem Plausch zum naechsten.

Was Johannes vor ein paar Monaten noch wahnsinnig gemacht haette – gepflegtes Nichtstun ueber Stunden -, findet er nun erstaunlicherweise ueberhaupt nicht mehr tragisch. Er spielt dann ein wenig mit den Delfinen (der Hit: Ein Seil ins Wasser werfen und sich daran quer durch’s Becken ziehen lassen), zaehlt Schildkroeten (irgendwas zwischen 120 und 150) oder beteiligt sich an Small Talks ueber Frauen, Sport (momentan die Copa, ansonsten eher Baseball) und Biersorten.

Geschrieben von Johannes Haupt am Montag 2. Juli 2007

In’s Publikum

Johannes wird wohl nie verstehen, was vor allem Kinder so geil daran finden, von den Delfinen nassgespritzt zu werden. Aus eigener Erfahrung – er reinigt tglich etwa eine Stunde lang den Beckenboden, solange ihn die Tiere in Frieden lassen und nicht an ihm herum knabbern – weiss Johannes: Das Wasser ist eiskalt, siffig und riecht nach Fisch. Nichts jedenfalls, was ein vernnftiger Mensch mit Freude an seine Haut kommen lassen wrde.

Geschrieben von Johannes Haupt am Montag 2. Juli 2007

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